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Identifikationsnummern und Ausfallarbeit – Content-Serie Redispatch 2.0

Erstellt am 20. Mai 2021

Die Vorbereitungen für den Redispatch 2.0 sind in vollem Gange. Da zum 1. Oktober 2021 alle Prozesse laufen sollen, müssen die Akteure zeitnah Prozesse implementieren und damit beginnen, Daten auszutauschen. Nur so kann ein reibungsloser Ablauf des Regelbetriebs gewährleistet werden.

Wichtige Aspekte dabei sind die Beantragung der neuen Identifikationsnummern und das Vorgehen bei der Ermittlung von Ausfallarbeit – die nächsten beiden Themen unserer Content-Reihe mit Carsten Eckart von Energiewirtschaft Einfach.

Der Startschuss ist gefallen: Neue Identifikationsnummern beantragen

Im Rahmen des Redispatch 2.0 gibt es vier neue Identifikationsnummern (IDs), die seit dem 1. April 2021 beim BDEW beantragt werden können. Wenn noch nicht geschehen, sollte dies zeitnah nachgeholt werden, denn die IDs müssen mit den Marktpartnern ausgetauscht werden, damit ab Juli beispielsweise Stammdaten gezielt verschickt werden können. Die IDs werden für technische Ressourcen, steuerbare Ressourcen, Steuergruppen und Cluster-Ressourcen vergeben. Doch was genau steckt dahinter? Hier eine kurze Erklärung:

  • ID für technische Ressourcen (TR-ID):
    Als technische Ressource werden erzeugende oder verbrauchende Anlagen bezeichnet, die von Redispatch-Maßnahmen betroffen sein können.
  • ID für steuerbare Ressourcen (SR-ID):
    Eine steuerbare Ressource ist eine Steuerungsanlage, die eine oder mehrere technische Ressourcen steuern kann.
  • ID für Steuergruppen (SG-ID):
    Steuergruppen stellen eine Sammlung von mehreren, zusammenhängenden steuerbaren Ressourcen dar, die mit einem gemeinsamen Signal gesteuert werden können.
  • ID für Cluster-Ressourcen (CR-ID):
    Eine Cluster-Ressource ist die Sammlung mehrerer steuerbarer Ressourcen, die zwischen benachbarten Verteilnetzbetreibern (VNB) ausgetauscht werden. Dies geschieht z.B., um den regionalen Zusammenhang zur Engpassbehebung zu zeigen.

Im Video geht Carsten Eckart im Rahmen eines Einführungsszenarios des BDEW im Detail auf die einzelnen IDs ein.

Sie benötigen Unterstützung bei der Beantragung der IDs oder möchten sich zu der Vorbereitung auf den Redispatch 2.0 beraten lassen? Schreiben Sie uns einfach, wir helfen Ihnen gerne weiter!

Unterschied zwischen Planung und Praxis: Ausfallarbeit ermitteln und austauschen

Schauen wir einmal wenige Monate in die Zukunft: Die Identifikationsnummern sind vorhanden, alle benötigten Daten wurden ausgetauscht und der Redispatch 2.0 ist in Kraft getreten. Somit wird früher oder später eine Redispatch-Maßnahme erfolgen und eine Anlage erzeugt eine andere Menge an Strom als ursprünglich geplant.

Dabei entsteht die sogenannte Ausfallarbeit. Sie bezeichnet den Unterschied zwischen der theoretischen und der tatsächlichen Leistung durch eine eintretende Limitierung. Es handelt sich hierbei um eine Energiemenge, die nicht verkauft werden kann und daher einen Ausgleich nötigt macht. Die Ermittlung der Ausfallarbeit hängt vom Abrechnungsmodell und dem Bilanzierungsverfahren ab. Erhalten Sie im Video einen Überblick über die Möglichkeiten, wie eine Redispatch-Maßnahme zustande kommt, welche Auswirkungen dies auf die Ermittlung der Ausfallarbeit hat und lernen Sie die Grundlagen von Abrechnungsmodellen und Bilanzierungsverfahren kennen.

Wurde die Ausfallarbeit ermittelt, muss diese natürlich auch abgestimmt und zwischen den Akteuren ausgetauscht werden. Dies geschieht mittels Ausfallarbeitsüberführungszeitreihe (AAÜZ). Zeitreihen für die Übertragung von Daten sind bereits von vielen anderen MaBiS-Prozessen in der Energiewirtschaft bekannt. Die AAÜZ stellt eine chronologische Aneinanderreihung von Energiemengen pro Viertelstunde dar. Beim Redispatch 2.0 wird zwischen der täglichen und der monatlichen AAÜZ unterschieden. Während die täglich AAÜZ lediglich zu Monitoring-Zwecken genutzt werden, dient die monatliche AAÜZ der bilanziellen Zuordnung von Energiemengen. Erfahren Sie im Video, wer für die AAÜZ verantwortlich ist und mit welchen Maßnahmen Unklarheiten beseitigt werden, wenn Daten einmal nicht passen.

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